Schirmherrschaft: Bundespräsident Horst Köhler

Aufarbeitung und Erinnerung - Geschichte im Spiegel von Wissenschaft, Medien und Kunst

Aufarbeitung der Aufarbeitung. Die DDR im geschichtskulturellen Diskurs (I): Konkurrierende Geschichten? Diktatur und Alltag

Sa, 30.05.2009, 14:00 - 15:30 Uhr

Im Spannungsfeld geschichtswissenschaftlicher Forschung, geschichtskultureller Legitimations- und Identifikationsbemühungen aber auch individueller Erinnerungsbedürfnisse löst sich das Bild der DDR in unterschiedliche, ja konträre DDR-Geschichten auf. Die angestrebte Aufarbeitung folgt daher nur begrenzt geschichtspolitischen Sinnstiftungen, sondern erweist sich als vielstimmiger geschichtskultureller Diskurs. Die Sektion bildet den Auftakt zu einer Reflexion der Modi des Umganges mit DDR-Geschichte im Gesamtsystem der bundesrepublikanischen Geschichtskultur.

Die DDR kann im Paradigma der Totalitarismustheorie als Fortsetzung der Diktaturgeschichte im 20. Jahrhundert und gleichzeitig als Pendant zur Erfolgsgeschichte der westdeutschen Demokratie dargestellt werden, aber die "erlebte" und häufig kommunikativ tradierte Normalität des Alltags lässt sich in dieses Muster nur begrenzt integrieren. Als Gegenerzählung zur ostalgischen Rückschau steht die Erinnerung an widerständiges und nonkonformes Verhalten in der DDR, die sich problemlos in die Meistererzählung deutscher Diktaturerfahrung einfügt. Die geschichtskulturellen Verarbeitungsmuster dieser parallelen, aufeinander bezogenen und in einem ständigen Spannungsverhältnis stehenden Diskurse können in den alten und neuen Bundesländern nicht nur entlang der getrennten Erinnerungsgemeinschaften, sondern auch zeitlich und medial differenziert werden.

Eine Veranstaltung des Zentrums für Zeithistorische Forschung Potsdam 

Ort: Humboldt-Universität, Seminargebäude

Raum: 1.401


Mitwirkende:

Dr. Heidi Behrens, Bildungswerk der Humanistischen Union NRW, Essen

Prof. Dr. Thomas Großbölting, Universität Magdeburg

Dr. Sabine Moller, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg

Prof. Dr. Martin Sabrow, Zentrum für Zeithistorische Forschung Potsdam

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