Aufarbeitung und Erinnerung - Geschichte im Spiegel von Wissenschaft, Medien und Kunst
Visual History: Zur Ikonographie der Mauer und des Mauerfalls
Sa, 30.05.2009, 14:00 - 15:30 Uhr
Bilder sind keine objektiven Repräsentanten der Vergangenheit, sondern deren Interpretation. Mit Blick auf Fotografien wird dies jedoch nach wie vor gerne übersehen. Die Beiträge der Sektion gehen den Interpretationen der deutschen Teilung und ihrer Überwindung nach, wie sie mit Bildern des Mauerbaus 1961, der Grenzanlagen in Berlin und schließlich der Mauerbesetzung am Brandenburger Tor am 9. November 1989 transportiert wurden und werden. Gerade Fotos der Berliner Mauer dienten der Visualisierung des SED-Gewaltregimes im Westen, wogegen die DDR-Propaganda heute weithin vergessene Propaganda-Bilder einer "menschlichen Mauer" zu setzen versuchte. Die Kanonisierung des Motivs der auf der Mauer tanzenden Menschen 1989 durch die Medien verknüpft die Wahrnehmung der Maueröffnung mit der deutschen Einheit. Ist diese Symbolbildung angemessen? Welcher Umgang mit den vorgestellten Bildern ist für die Vermittlung von Geschichte an die nachwachsende Generation wünschenswert?
Die beiden Vorträge der Sektion demonstrieren anhand von zahlreichen Bildbeispielen zur Mauer und zum Mauerfall, wie die Bilder aus der Vergangenheit unser Bild von der Vergangenheit und deren Interpretation prägen.
Eine Veranstaltung des Landesinstituts für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) und des Berliner Landesbeauftragten für die Stasiunterlagen (LStU)
Ort: Humboldt-Universität, Seminargebäude
Raum: 1.103
Mitwirkende:
Elena Demke, Berliner Landesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR
Dr. Christoph Hamann, Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM)

