Das Epochenjahr 1989
Francois Mitterand und die Deutsche Einheit
Sa, 30.05.2009, 10:00 - 11:00 Uhr
"Ich liebe Deutschland so sehr, dass ich mir gleich zwei davon wünsche", so lautet ein berühmtes Wort von Francois Mauriac, und Georges Clemenceau urteilte schon am Beginn des 20. Jahrhunderts: "Es gibt zwanzig Millionen Deutsche zu viel auf der Welt."
War die Teilung in Bundesrepublik und DDR deshalb in Wirklichkeit das Einlösen eines alten französischen Wunschbildes? War die vielgerühmte Aussöhnung zwischen Adenauer und de Gaulle, war die "Bonne Entente" zwischen Helmut Schmidt und Giscard d'Estaing also nur eine Chimäre, eine Diplomatie des schönen Scheins, der an der Basis der französischen Gesellschaft Skepsis, Misstrauen und Ängste gegenüber einem Deutschland entsprachen, das im 20. Jahrhundert zu viel Macht wiederholt zu Krieg und Überfall missbraucht hatte? Francois Mitterrand trug in den Tagen, als sich die Mauer öffnete, wenig zum Abbau der wechselseitigen (Fehl-) Wahrnehmungen bei.
Wie sieht die Mehrheit der Französinnen und Franzosen die deutsche Einheit? Was erhoffte oder befürchtete die Grande Nation vom größeren Deutschland? Diese und weitere Fragen werden diskutiert.
Eine Veranstaltung der Landeszentrale für politische Bildung Schleswig Holstein
Ort: Humboldt-Universität, Seminargebäude
Raum: 1.406
Mitwirkende:
Dr. Klaus Kellmann, Landeszentrale für politische Bildung Schleswig-Holstein

