Geteiltes Deutschland - Geteiltes Europa
DDR, Mauer, Bautzen - und der Westen? Ein Zeitzeugengespräch
Fr, 29.05.2009, 18:00 - 19:30 Uhr
Mitte der 1980er Jahre hatte sich der Ton im Westen gegenüber der DDR geändert. Mit der seit den späten 1960er Jahren von der Bundesrepublik geführten Anerkennungspolitik war die Existenz der DDR zu einer Normalität geworden. Der Charakter des SED-Regimes trat in den Hintergrund und wurde in der westdeutschen Öffentlichkeit zunehmend weniger wahrgenommen.
Aber die Mauer stand noch und die Gefängnisse in Bautzen waren noch immer voll belegt. Es waren unter anderem ausgereiste und geflüchtete ehemalige DDR-Bürger, die mit Protestaktionen im Westen die Erinnerung an die Diktatur im Osten wach hielten. Eine dieser Aktionen begann im November 1986: West-Berliner Künstler und ehemalige DDR-Bürger zogen einen weißen Strich an der Mauer, um den Westen an ihre Existenz zu erinnern. Einer von ihnen wurde von Grenzsoldaten der DDR festgenommen, erneut verurteilt und im Stasi-Gefängnis Bautzen II inhaftiert.
Von dieser Aktion ausgehend wird nach dem politischen Verhältnis zwischen den beiden deutschen Staaten in den achtziger Jahren und nach der öffentlichen Wahrnehmung der DDR im Westen zu dieser Zeit gefragt, wobei es auch darum geht, ob und inwieweit diese angemessen war.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Bautzen und der Gedenkstätte Berliner Mauer.
Ort: Humboldt-Universität, Hauptgebäude
Raum: 3092
Mitwirkende:
Pfarrer Manfred Fischer, Berlin
Wolfram Hasch, Berlin
Silke Klewin, Gedenkstätte Bautzen
Holger Kulick, Mut gegen Rechte Gewalt, Berlin
Dr. Gerhard Sälter, Gedenkstätte Berliner Mauer
Frank Willmann, Berlin

