Aufbruch - Abbruch - Zusammenbruch: Was war und wem gehört 1989?
Podium im Deutschen Historischen Museum, Schlüterhof
28. Mai 2009, 17:00- 19:00 Uhr
Bis heute gibt es zum Teil heftige Auseinandersetzungen um den Charakter und die Bedeutung, die Ursachen und die Akteure des Umbruchs von 1989. Es kursieren ganz unterschiedliche Interpretationen: Stellten die Ereignisse von 1989 eine Selbstbefreiung der Bürgerinnen und Bürger dar, die die kommunistischen Regime in - mehr oder weniger - friedlichen Revolutionen überwanden? Waren Glasnost und Perestroika unter Gorbatschow die entscheidenden Faktoren? Oder war das Ende der kommunistischen Diktaturen in erster Linie Resultat eines ökonomischen Zusammenbruchs? Welche Rolle kam den Künstlern und Intellektuellen in den Revolutionen und ihrer Vorgeschichte zu?
Bei der Suche nach Antworten sind die verschiedenen Formen und die höchst unterschiedliche Dauer der politischen und gesellschaftlichen Transformationsprozesse in den einzelnen Ländern des Ostblocks zu berücksichtigen, die auch für die heutige Perspektive auf diese Ereignisse von Bedeutung sind. Schließlich geht es bei diesen Fragen immer auch um die Deutungshoheit über ein zentrales Ereignis der deutschen und europäischen Zeitgeschichte, das in aktuellen geschichtspolitischen und erinnerungskulturellen Debatten einen hohen Stellenwert einnimmt.
Mit
Prof. Dr. Timothy Garton Ash, Historiker, Universität Oxford, Oxford
Dr. h.c. Joachim Gauck, ehem. Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen/
Vorsitzender von Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V., Berlin
Prof. Dr. Jiří Grusa, Schriftsteller, Diplomat/Direktor der Diplomatischen Akademie Wien, Wien
Oana Radu, stellvertretende Direktorin des Rumänischen Kulturinstituts in New York, New York
Jana Simon, Schriftstellerin, Berlin
Moderation: Dr. Carolin Emcke, Publizistin, Berlin
