Deutschland - Endstation Ost. Ein Dokumentarfilm aus der DDR von 1964
Fr, 29.05.2009, 20:00 - 21:30 Uhr
Dokumentarfilm, DDR, 1964, 84 Min., Regie: Frans Buyens
Der belgische Dokumentarist Frans Buyens interviewte Straßenpassanten, Fabrik- und Industriearbeiter und Technische Zeichnerinnen, Kleinunternehmer, LPG-Bauern und ausländische Studenten in der DDR. Wenige Jahre nach dem Bau der Mauer dokumentierte Buyens Zustimmung, ablehnende Stimmen, auch Ängste der Befragten. Buyens befragte Grenzsoldaten nach dem Schießbefehl, hielt Zögern und forsche Haltungen fest. Gleichwohl ist es der Film eines Sympathisierenden mit der DDR.
Anfänglich von Spitzenfunktionären der SED, des Kulturministeriums und des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDGB) gefördert, geriet die Produktion ins Ränkespiel im Vorfeld des so genannten ?Kahlschlag?-Plenums 1965. Trotzdem gelang es Buyens, den Film am Rande des Leipziger Dokumentarfilmfestivals zu zeigen. Danach fiel er bis zum Ende der DDR in Vergessenheit. Die Direktheit und Spontaneität der Interviewszenen, in denen Buyens ähnlich des ?cinéma vérité? Straßenbilder und Lebensgefühle einfängt, besticht noch heute als ein für die DDR ungewöhnlich ehrliches Zeitdokument.
Eine Veranstaltung der DEFA-Stiftung, Berlin
Ort: Humboldt-Universität, Hauptgebäude
Raum: Kinosaal

