Behauptung des Raums - Unabhängige Ausstellungskultur in der DDR
Sa, 30.05.2009, 20:00 - 22:00 Uhr
Dtl. 2009, 80 min
Voraufführung des Dokumentarfilms, anschließend Gespräch mit Filmemacher und Zeitzeugen
Die Geschichte der Leipziger Galerie EIGEN + ART zwischen 1983 und 1989 kann als Modellfall für zivilgesellschaftliche Courage im letzten DDR-Jahrzehnt betrachtet werden. Hier wurde ein wirksames Refugium geistiger Autonomie geschaffen, in dem sich junge Kreative einen selbst bestimmten Raum des künstlerischen Austausches schufen und sich somit der vorgesehenen staatlichen Kontrolle entzogen.
Dieser geschaffene Freiraum konnte jedoch nur innerhalb eines Prozesses behauptet werden, an dem viele Akteure zuvor als Wegbereiter beteiligt waren. Es waren verschiedene, bis in die 70er Jahre zurückführende Einzelinitiativen, mit denen die Erosion der staatlichen Kontrolle stückweise vorangetrieben wurde.
Die Aktivitäten der Leipziger Galerie EIGEN + ART, die sich schnell zu einem der wichtigsten Zentren der Subkultur entwickelte, stellen sich dadurch als Facetten einer gesellschaftlichen Entwicklung dar, die schließlich in die friedliche Revolution des Herbstes 1989 mündeten.
Die bislang noch nicht erschlossenen Videoaufzeichnungen des Archivs der EIGEN + ART von Vernissagen, Performances und Interviews verbindet der Film mit einer aktuellen dokumentarischen Ebene, in der beteiligte Künstler und Persönlichkeiten zu Wort kommen.
Regie und Buch: Claus Löser, Kamera, Buch und Schnitt: Jakobine Motz. Mit Gerd Harry Lybke, Jörg Herold, Else Gabriel, Carsten Nicolai, Olaf Nicolai, Christoph Tannert, Lutz Dammbeck, Jürgen Schweinebraden Freiherr von Wichmann-Eichhorn, Johannes Jansen, Michael Morgner und Thomas Ranft.
Eine Filmproduktion im Auftrag des Geschichtsforums
Ort: Deutsches Historisches Museum
Raum: Zeughauskino

