Grenzregime - Grenzsoldaten - Todesopfer. Das Schießen an Mauer und Grenze
Sa, 30.05.2009, 11:00 - 12:30 Uhr
Filmvorführung und Diskussion
Die DDR etablierte seit 1952 ein Grenzregime, das "ihren" Bürgern verwehren sollte, in den Westen zu gehen. Ausreisen wurden seit 1961 nicht mehr genehmigt und der Fluchtweg in den Westen zunehmend mit Stacheldraht, Minen und Mauern verstellt. Auch die im Grenzgebiet lebende Bevölkerung wurde scharf überwacht. Die von der SED zur Bewachung der Grenze eingesetzten Grenzsoldaten waren seit 1961 zumeist Wehrpflichtige, die sich nicht aussuchen konnten, ob sie an die Grenze wollten oder nicht. Sie konnten allerdings darüber nachdenken, ob sie am Grenzregime mitwirken wollten - und ob sie bereit waren, auf Flüchtlinge zu schießen. Mehrere hundert Menschen kamen bei der Flucht zu Tode; viele von ihnen wurden erschossen.
Die Veranstaltung fragt nach den Bedingungen des Schießens an der Grenze: Wie werden "normale" junge Männer dazu gebracht, sich an solchem Unrecht zu beteiligen? Wie weit ist die Aufarbeitung der Todesfälle an den Grenzen der DDR und wie wird der Opfer gedacht? Und: wie verlief die strafrechtliche Ahndung der Gewalttaten an Mauer und Grenze und wie erfolgreich war sie?
Zur Einführung wird ein Lehrfilm für die Grenztruppen gezeigt: "Grenzverletzer haben keine Chance", Armeefilmstudio der DDR, 1964.
Eine Veranstaltung der Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn und der Gedenkstätte Berliner Mauer
Ort: Humboldt-Universität, Hauptgebäude
Raum: 2014 B
Mitwirkende:
Dr Maja Apelt, Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr Hamburg
Bernhard Jahntz
Holger Jancke
Rainer Potratz, Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn
Dr. Gerhard Sälter, Gedenkstätte Berliner Mauer

