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Scheiden tut weh IV: "Letztes aus der DaDaeR"

Fr, 29.05.2009, 17:00 - 19:00 Uhr

DDR/D 1990, R: Jörg Foth, D: Steffen Mensching, Hans-Eckhardt Wenzel, Irm Hermann, 86'

Es beginnt in einem Gefängnis. Allen Ausbruchsversuchen zum Trotz, die die Helden in eine Endzeitlandschaft der DDR führt, will die endgültige Befreiung nicht gelingen. Steffen Mensching und Hans-Eckhardt Wenzel, geschminkt und kostümiert als die Clowns Meh und Weh, begeben sich auf eine Reise in die Schattenwelt, mit deutlichen Anspielungen auf Dantes Divina Commedia. Nur gilt es hier, die Schemen des real existierenden Sozialismus zu besichtigen. In einer lockeren Reihung von Sketchen wird die Vergangenheit aufgerufen: die "Epidemie der Künste" ebenso wie das "Paradies", in dem Honecker und sein Gefolge ihren eigenen Zoo betrachten. Doch steht die Gegenwart nicht minder gespenstisch auf dem Programm. Statt einer jubelnden Menge am Brandenburger Tor zeigt der Film eine politische Walpurgisnacht auf dem Brocken, bei der die Einheitsemphase bedrohliche Züge annimmt. Die anbrechende "neue Zeit" wird mit aller Skepsis betrachtet. "Wir wollen weg. Nichts wie raus", skandiert ein schmaler Zug von Bürgern, die sich zwischen den Grenzanlagen bewegen, abwechselnd mit einem Slogan anderer Aussage: "Wir wollen weg. Weckt sie auf." Mit Meh und Weh wird noch einmal die Protestkultur der 80er Jahre lebendig, die alles Andere wollte, als in ein Gesamtdeutschland eingemeindet zu werden.
Einführung: Thomas Beutelschmidt
Im Anschluss Publikumsgespräch mit Jörg Foth

Eintritt frei


Ort: Deutsches Historisches Museum

Raum: Zeughauskino

KongressRadio/TV

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