Schirmherrschaft: Bundespräsident Horst Köhler


Scheiden tut weh V: "Das Land hinter dem Regenbogen"

Sa, 30.05.2009, 14:00 - 16:00 Uhr

D 1992, R: Herwig Kipping, D: Franciszek Pieczka, Winfried Glatzeder, Swetlana Schönfeld, Axel Werner, 89'

"Als ich ein Kind war, stand ich in Flammen. Alles, was ich tat, tat ich aus Liebe?": Das "Land hinter dem Regenbogen" meint einen Kindheitstraum, die heile Welt märchenhafter Verzauberung und mythischer Versprechen. Konfrontiert wird solche Kinderwelt mit der düsteren Gegenwart des Dorfes "Stalina" im Jahre 1953, ein grauer Ort zwischen giftig rauchenden Fabrikschloten, der eher einer Trümmerlandschaft aus Landwirtschaftsgebäuden ähnelt als einem sozialistisch prosperierenden Gemeinwesen. Nichts ist intakt - weder die Gebäude noch die Sozialbeziehungen. Während sozialistische Spruchbänder allerorten prangen und Stalin als Ikone des neuen Heilsbringers allgegenwärtig ist, lebt die nationalsozialistische Vergangenheit fort. So ist der Aufbruch in die sozialistische Planwirtschaft von Anfang an dem Untergang geweiht. Am Ende wird das Dorf in einem apokalyptischen Szenario vernichtet sein. Nur ein Häuflein Unverzagter formiert sich zu einem letzten Demonstrationszug in der wüsten Landschaft des Braunkohlereviers. Das Jahr 1953 in Stalina, erzählt durch das Mädchen Marie, wird zur Parabel auf die Geschichte der DDR. Sarkastisch rechnet diese von szenischen Einfällen und Anspielungen überbordende Geschichte mit der Vergangenheit ab, sucht aber zugleich die Balance zu halten zwischen der Groteske und der Welt der Kinderträume und Verzauberung. 1992 ausgezeichnet mit dem Deutschen Filmpreis in Silber, schieden sich an diesem Film die Geister. Derart mit sozialistischer Vergangenheit umzugehen, war für manche Zuschauer damals schlicht unerträglich.
Einführung: Manuel Köppen

Eintritt frei
Am 30.5. um 14.00 Uhr

Ort: Deutsches Historisches Museum

Raum: Zeughauskino

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