Verriegelte Zeit
Fr, 29.05.2009, 11:00 - 12:30 Uhr
Sibylle Schönemann, Jahrgang 1953, studierte Regie an der Hochschule für Film und Fernsehen und arbeitete seit 1980 im DEFA-Dokfilmstudio. 1984 stellte sie zusammen mit ihrem Mann, dem Regisseur Hannes Schönemann, einen Ausreiseantrag. Wenig später wurde das Ehepaar von der Stasi verhaftet, 1985 wegen "Beeinträchtigung staatlicher und gesellschaftlicher Tätigkeit" zu einer Haftstrafe verurteilt und schließlich durch die Bundesrepublik freigekauft. Danach lebte und arbeitete Sibylle Schönemann lange Zeit in Hamburg.
Nach dem Mauerfall begab sich die Regisseurin auf die Suche nach den Hintergründen ihrer Verhaftung und den Menschen, die sie verfolgt, vernommen, gequält und verurteilt hatten. Sie sucht Zeitzeugen auf, kehrt in ihre Zelle ins Gefängnis zurück, schildert die Ereignisse ihrer Ausweisung. So entstand 1990 der Film VERRIEGELTE ZEIT, der in ergreifender Weise die politische Verfolgung in der DDR der 1980er Jahre dokumentiert, die Banalität des Bösen offen legt und als Lehrstück über die Facetten menschlichen Versagens gelten kann.
Für ihre Dokumentation wurde Sibylle Schönemann mehrfach ausgezeichnet, so unter anderem 1990 mit der Silbernen Taube des Internationalen Dokumentarfilmfestivals in Leipzig sowie 1991 mit dem Bundesfilmpreis.
Einführung: Barbara Heinrich-Polte
Die Regisseurin Frau Schönemann ist für ein Filmgespräch angefragt.
Eine Veranstaltung des Bundesarchiv-Filmarchivs
Ort: Deutsches Historisches Museum
Raum: Zeughauskino
Mitwirkende:
Barbara Heinrich-Polte, Bundesarchiv-Filmarchiv

